Die Heilpädagogik ist ein Band fürs Leben

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Diesen Herbst haben 138 Studierende das Masterstudium Schulische Heilpädagogik und Heilpädagogische Früherziehung erfolgreich abgeschlossen. An der festlichen Feier vom 22. Oktober 2025 im Volkshaus Zürich durften sie ihre Diplome entgegennehmen.

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Nina Hug Titel Dr. rer. soc.

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Leiterin Hochschulkommunikation / Senior Consultant

«Bildung für alle – das ist das Ziel, für das Sie nun einstehen», begrüsste Prof. Dr. Claudia Ziehbrunner, Leiterin Zentrum Ausbildung und Weiterbildung an der HfH, die frisch zu diplomierenden Heilpädagoginnen und Heilpädagogen an der Feier. An diesem Abend wurden acht Heilpädagogische Früherzieher:innen und 130 Schulische Heilpädagog:innen diplomiert.

In ihrer Ansprache erzählte sie von ihren eigenen Erfahrungen bei ihrem Berufseintritt und von einem unsichtbaren Band, das sie noch heute mit einem damaligen Kind verbindet. Damals habe noch niemand die Entscheidung für den Eintritt in eine Sonderschule infrage gestellt, anschliessend sei zehn Jahre lang «Integration vor Separation» der gelebte Grundsatz gewesen. Heute, wieder zehn Jahre später, stelle sich die Frage: Integration oder Separation? «Wie positionieren Sie sich in diesem Diskurs?», wollte die Zentrumsleiterin und HfH-Professorin wissen. Entscheide solcher Art, sagte sie, begleiten Menschen ein Leben lang. Wenn wir heute in die Zukunft blicken, können wir laut Ziehbrunner nur erahnen, welche verschiedenen Zukunftsaussichten ein Kind erwarten. «Mit dem Abschluss Ihres Studiums sind Sie gerüstet, Kindern mit besonderem Bildungsbedarf gerecht zu werden und Entscheidungen zu treffen, die ihrem Wohl dienen.» Sie versicherte den Absolventinnen und Absolventen: «Sie werden gebraucht.»

Ein Band fürs Leben. Die diesjährige Festrede hielt Chantal Cavin, eine ehemalige Schweizer paralympische Schwimmerin, Triathlon- und Marathonläuferin. Sie war Weltrekordhalterin und ist mehrfache Weltmeisterin. Nach ihrer aktiven Wettkampfphase widmete sie sich ihrem Traum als Marathonläuferin. Chantal Cavin erzählte von dem Band an ihrem Handgelenk, das sie mit ihrem Guide verband. Dieses Band sei nicht nur ein technisches Hilfsmittel, sondern habe auch eine symbolische Bedeutung inne. Es stehe für Verbindung, für Begleitung, für Augenhöhe. «Es steht auch für Ihre Arbeit als Heilpädagogin», sagte die Sportlerin. «Sie haben sich entschieden, mit anderen zusammenzuarbeiten, mit ihnen verbunden zu sein.» Heilpädagogik, führte sie weiter aus, sei wie dieses Band: Sie führt nicht, sie zieht oder fesselt nicht – sondern sie gibt Halt, schafft Nähe und ermöglicht Bewegung und Fortschritt. Aus eigener Erfahrung wisse Chantal Cavin, wie kraftvoll es ist, wenn jemand nicht vorgibt, sondern mitgeht; nicht über einem steht, sondern neben einem. «Dieses Band wünsche ich Ihnen für Ihre berufliche Zukunft: zu den Menschen, die Sie begleiten. Möge es ein Band fürs Leben sein», gab sie den Abgänger:innen der HfH zum Abschluss mit auf den Weg.

Für die musikalische Umrahmung der Feier im Volkshaus Zürich sorgte das Duo Moira. Mit bewegenden Texten und einer grossartigen Stimme zogen sie das Publikum in den Bann. Durch den Anlass führten Prof. Christina Koch, Leiterin Master Heilpädagogische Früherziehung, und Irene Gehrig, Leiterin Master Schulische Heilpädagogik. Bei einem anschliessenden Apéro konnten sie sich in stilvollem Rahmen gebührend feiern.

Nach ihrer Ausbildung an der HfH sind die Fachpersonen nun gerüstet für das herausfordernde Berufsfeld und können mit ihren erworbenen Kompetenzen und dem spezifischen Know-how einen wichtigen Beitrag für die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung leisten. Die HfH gratuliert allen Absolvent:innen zum erfolgreichen Studienabschluss und wünscht viel Erfolg in ihrem gesellschaftlich wichtigen Beruf!