Mit dem Bachelor Gebärdensprachdolmetschen ermögliche ich kommunikative Teilhabe auf Augenhöhe

Kategorie News

Agatha Kupper hat im Sommer 2025 den Bachelor Gebärdensprachdolmetschen an der HfH abgeschlossen. Ihren Weg dorthin fand sie über ein Praktikum in einer integrativen Kita. Dort begegnete sie erstmals der Gebärdensprache. Heute setzt sie sich dafür ein, dass gehörlose und hörende Menschen gleichberechtigt kommunizieren können, und dass Verständigung in allen Lebensbereichen möglich wird.

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Sina Mächler Titel MSc

Funktion

Mitarbeiterin Hochschulkommunikation, Marketing

Für viele Menschen ist Kommunikation selbstverständlich, für gehörlose und hörbehinderte Personen hingegen stellt die kommunikative Teilhabe oft eine Herausforderung dar. Gebärdensprachdolmetschende ermöglichen Zugang zu Informationen und einen Austausch auf Augenhöhe, indem sie zwischen gehörlosen und hörenden Menschen in verschiedenen Lebensbereichen vermitteln. Der Bachelor Gebärdensprachdolmetschen vermittelt dafür fundierte Dolmetsch-, Sprach- und Kulturkompetenzen. Die Studierenden lernen die Deutschschweizerische Gebärdensprache (DSGS), entwickeln ihre Dolmetschfähigkeiten und sammeln im praxisorientierten Studium wertvolle Erfahrungen in unterschiedlichen Praktika.

Du hast vor einem halben Jahr dein Studium in Gebärdensprache abgeschlossen. Kannst du deinen beruflichen Werdegang kurz beschreiben?

Klar, es sind einige Stationen. Nach der obligatorischen Schulzeit verbrachte ich ein Auslandsjahr in England. Zurück in der Schweiz habe ich die Fachmatur im Bereich Theater gemacht sowie die eidgenössische Matura erworben. Anschliessend studierte ich Rechtswissenschaft an der Universität Zürich, bevor ich nach einer beruflichen Neuorientierung ein Praktikum in einer integrativen Kita absolvierte. Dies führte mich schliesslich zum Studiengang Bachelor Gebärdensprachdolmetschen an der HfH, welchen ich im Sommer 2025 erfolgreich abgeschlossen habe.

Warum hast du dich für den Bachelor Gebärdensprachdolmetschen entschieden?

Im Vordergrund stand mein Interesse an Menschen und der Gebärdensprache. Während meines Praktikums in der Kita hatte ich einen ersten direkten Kontakt mit der Gebärdensprache. Ein gehörloses Kind besuchte die Kita, und es wurden generell Porta-Gebärden benutzt, da es sich um eine integrative Kita handelte. Als ich per Zufall auf der Website der HfH auf den Hinweis gestossen bin, dass ab September 2021 der Studiengang Bachelor Gebärdensprachdolmetschen erneut startet, habe ich mich sofort angemeldet. Vor allem das Interesse an der Sprache und die Möglichkeit, mit vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu sein, haben mich am Studiengang und dem Beruf als Gebärdensprachdolmetscherin sehr gereizt.

Was hat dir besonders gut an deinem Studienalltag an der HfH gefallen?

Das Studium war sehr abwechslungsreich. In verschiedenen Modulen lernte ich unter anderem die Gebärdensprache, die Kultur der Gehörlosen und den Dolmetschberuf besser kennen. Besonders geschätzt habe ich die vielen Begegnungen in diversen Kontexten: gehörlose und hörende Dozierende, Mitstudierende sowie externe Personen im Rahmen von Austauschgefässen, Referaten und Übungen. Dies war mir eine wertvolle Unterstützung und ein grosser Motivationsschub beim Erwerb der notwendigen sprachlichen und beruflichen Kompetenzen.

Was schätzt du an dem Beruf als Gebärensprachdolmetscherin?

Gehörlosen und hörenden Menschen die Möglichkeit zu geben, miteinander zu kommunizieren, ist zentral im Berufsbild und gibt mir ein positives und sinnstiftendes Gefühl. Zudem lernt man im Berufsalltag ständig Neues – sowohl sprachlich als auch sozial – und erhält Einblicke in viele Lebensbereiche. Obwohl man als Dolmetschende im Hintergrund bleibt und möglichst neutral vermitteln soll, muss man dennoch präsent und in gewissen Kontexten äusserst empathisch sein. Ausserdem lässt sich der Berufsalltag flexibel gestalten.

Was war die grösste Herausforderung in deinem Studienalltag?

Für mich war und ist die grösste Herausforderung die Auseinandersetzung mit meinem eigenen Lernprozess. Man verbringt viel Zeit damit, sich selbst aufzunehmen, Videos zu analysieren und Feedback umzusetzen. Fortschritte kommen in Wellen: manchmal gross, manchmal kaum spürbar, was frustrierend sein kann. Während der vier Jahre im Teilzeitstudium musste ich mich oft durchbeissen. Der Prozess war spannend und bereichernd, aber zugleich oft anspruchsvoll.

Du hast das letzte Wort: Möchtest du sonst noch etwas zum Studium sagen?

Während des Studiums an der HfH fühlte ich mich wohl und von Dozierenden stets gut unterstützt. Ich kann jeder Person empfehlen, den Bachelor Gebärdensprachdolmetschen ins Auge zu fassen, sofern Interesse an der Gebärdensprache, der Kultur der Gehörlosen und an Menschen im Allgemeinen besteht. Es lohnt sich dranzubleiben und das Studium mit allen Höhen und Tiefen durchzuhalten – um schliesslich den Sprung in die aufregende Berufswelt zu wagen.

Mehr zum Studium erfahren

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  • Du möchtest allgemein mehr zur Ausbildung an der HfH erfahren? Die wichtigsten Informationen auf einen Blick: Zur Ausbildung
  • Bei Fragen steht dir auch die Studiengangsleiterin zur Verfügung. Am besten du kontaktierst sie via E-Mail an: studiengangleitungBAGSD [at] hfh.ch.